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Leipzig Brandvorwerkstr. 67 (LPBRA01)

Leipzig Brandvorwerkstr. 67 (LPBRA01)

Das Ensemble Brandvorwerkstr. 66/68 ist unsaniert und weist eindeutige Einschlagsspuren in den verputzen Fassaden auf. Im Sockel des Gartenzauns und einem steinernen Torbogen finden sich ebenfalls Einschlagspuren. Im Mansfelder Kupferschlackepflaster sind ungestörte, lange Schmarren zu sehen. Alle genannten Spuren weisen auf ein Zentrum in der Mitte der Straße hin. Die Bordsteine weisen auf keiner Straßenseite Spuren auf. Vor der Hausnummer 67 liegen Granitplatten im sächsischen Format, die ebenfalls die Reste einer Splitterrose aufweisen, die jedoch kein Bild mehr ergeben.

Fundstelle mit Flurstücken und Landeskoordinaten (EPSG:25833), © GeoSN, dl-de/by-2-0, https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0
Adresse:Brandvorwerkstraße 69,
04275 Leipzig
Koordinaten:
(EPSG:25833)
316533.698, 5688412.218
Ort Größe äußere Form Beschreibung
Sächsische Gehweg-
platte
2-3cm
breit
lang fächerförmig verlaufend
Kupferschlacke-
pflaster
1-3cm
breit
lang fächerförmig verlaufend
Fassadenputz 3-15cm rund auf allen vom Explosionszentrum
sichtbaren Fassadenteilen verteilt
Gartenzaun-
sockel
3-10cm rund auf der gesamten Länge verteilt
Torbogen 3-7cm rund auf Seite Richtung
Explosionszentrum und Kantenabtragung
Eisenzaun 2cm - Kantenabtragung in Richtung auf
Explosionszentrum

Hypothese:
Aufgrund des kohärenten Beschädigungsbilds ist von einer un- oder teilgestörten Fundsituation auszugehen. Die Spuren auf dem Gehweg sind gestört. Die Schmarren weisen auf den Flug großer Splitter hin. Der Schnittpunkt der Schmarren liegt auf der Straße. Dorthin weist auch die Spur am Zaunstab. Dort lag das Zentrum einer einzelnen Explosion großen Kalibers. Das Kupferschlackepflaster liegt seit der Explosion unberührt. Es ist von Kriegsbeschädigungen auszugehen. In diesem Bereich wird nicht vom Einsatz weitreichender Artillerie ausgegangen. Die Einnahme Leipzigs durch die US Army verlief durch wenige Straßenkämpfe niedriger Intensität. Die dabei eingesetzten Infanteriewaffen (inkl. Schützenpanzer) haben keine Splitter der Größe und Energie erzeugt, wie sie für diese Rose nötig waren. Hier ist gem. Eißmann von Abwurfmunition auszugehen.

Fragen

  1. Lässt sich feststellen, welche Waffe hier gewirkt hat?
  2. Gibt es eine Dokumentation zum Kriegsgeschehen an diesem Ort?
  3. Gibt es eine Dokumentation zu Sanierungsarbeiten des Straßenamts an diesem Ort?